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Offener Brief an Bürgermeister Rahn

Ärztlicher Notdienst: SPD fordert runden Tisch

Karbens SPD kritisiert die Lösung zum ärztlichen Notdienst in Karben. „Die ab Januar angedachte Betreuung aus Bad Nauheim wird zu längeren Wartezeiten der Patienten in Karben führen“, ist sich SPD-Chefin Christel Zobeley sicher. Die Sozialdemokraten fordern daher einen runden Tisch mit den Beteiligten, um eine bessere Lösung für die Karbener zu finden.

Ab Januar 2012 müssen alle Karbener den ärztlichen Bereitschaftsdienst im Hochwald-Krankenhaus  Bad Nauheim in Anspruch nehmen, wenn sie abends oder an Wochenenden ärztliche Hilfe benötigen. Vor1998 gab es einen ärztlichen Notdienst vor Ort im alten Klein-Karbener Rathaus. Aus Kostengründen haben sich dann 1998 die Karbener Ärzte dem Friedberger Notdienst angeschlossen. Diese Lösung wurde schon damals kritisiert, denn die Erreichbarkeit des Notdienstes wurde für die Bürger ohne eigenes Auto abends und an Wochenenden ein Problem, so dass in eiligen Fällen Taxis benutzt werden mussten. Mit der nochmaligen Verlagerung nach Bad Nauheim werden die Wege für die Bürger länger, ebenso werden die Wartezeiten auf den Notarzt bei erforderlichen Hausbesuchen zunehmen.

Aus diesem Grund hat die SPD in einem Brief den Bürgermeister Rahn aufgefordert, einen runden Tisch einzuberufen, zu dem der kassenärztliche Dienst, die Karbener Ärzte sowie der ärztliche Bereitschaftsdienst Bad Vilbel eingeladen werden sollen. Aufgabe des runden Tisches ist es, eine für die Karbener bessere Lösung zu suchen.

Eine Zusammenarbeit mit Bad Vilbel würde schon aufgrund des abzudeckenden Personenkreises Sinn machen. Die Bad Nauheimer Bereitschaftsarzt-Gemeinschaft hätte mit Karben rd.175.000 Bürgerinnen und Bürger, die Bad Vilbeler hat z.Z. 32.000 und zusammen mit Karben ca. 55.000 mögliche Patienten zu versorgen. Auch zur Sicherung der Station in Bad Vilbel wäre eine Zusammenarbeit der Karbener Ärzte mit der dortigen Bereitschaftsstation sinnvoll. Dies dürfte auch nicht an evtl. geringfügigen Mehrkosten bei der Vilbeler Lösung scheitern.

Bereits bei der Neureglung des Bereitschaftsdienstes im Jahre 1998 ist das Auflösen der Karbener Station auf heftige Kritik der Menschen in unserer Stadt gestoßen. Die Ärzteschaft und ihr Berufsverband „Kassenärztliche Vereinigung“ hatten sich darüber hinweg gesetzt. Dies sollte ein zweites Mal nicht hingenommen werden.

Wegen einer Erkrankung an Wochenenden und Feiertagen lange auf einen Arzt aus  Bad Nauheim warten zu müssen, obwohl in Bad Vilbel eine funktionierende Station besteht, ist nach Ansicht der Sozialdemokraten weder logisch noch sozial. Es ist deshalb wichtig, sich mit aller Kraft gegen diese Pläne zur Wehr zu setzen. Deshalb wird die SPD Fraktion den Bürgermeister dabei unterstützen, eine gemeinsame Station für Karben und Bad Vilbel zu schaffen.

Zusätzlich startet die Karbener SPD hier auf der Website auch eine Umfrage, ob die Karbener Bürgerinnen und Bürger die Verlagerung des ärztlichen Notdienstes für akzeptabel halten oder ob sie einen ortsnäheren Notdienst favorisieren. Sie finden die Umfrage in der rechten Spalte jeder Seite unserer Website (dort, wo auch die Navigation zu finden ist, scrollen Sie einfach etwas nach unten bis zur Headline "Umfrage"). Wir freuen uns auf rege Beteiligung.

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Daniel Kömpel, 15.12.2011 in  Christel Zobeley, Nahversorgung, Rahn
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Daniel Kömpel
  von Daniel Kömpel, am 18.12.2011
Es freut mich, dass hier langsam ein guter Austausch entsteht. Das kann sicher helfen, die Stimmung der Basis aufzufangen und neue Einblicke und Informationen zu gewinnen für die Fraktionsarbeit.
  von Rüdiger Trebing, am 17.12.2011
Hier handelt es sich um ein sehr sensibles Thema, das mit Fingerspitzengefühl angegangen werden muss. Wir haben noch in Erinnerung, wie die Karbener Kommunalpolitik 1998 trotz - oder gerade wegen? - massiver Öffentlichkeitsarbeit nicht verhindern konnte, dass die Ärztliche Bereitschaftsdienst-Station in der Rathausstraße geschlossen wurde. Die aktuelle Bitte der SPD an Karbens Bürgermeister Guido Rahn, in Gesprächen mit den Beteiligten eine sinnvollere Lösung zu erreichen, geht in Ordnung. Die letztliche Entscheidung liegt jedoch eindeutig bei der Ärzteschaft, insbesondere der Karbener. Die Kommunalpolitik kann hier nur moderieren und ihr Verhandlungsgeschick einbringen. Darin liegt die Chance.
Jochen Schmitt
  von Jochen Schmitt, am 16.12.2011
Wenn ich die Presseberichterstattung richtig verstehe, geht es nur um die Hausbesuche. Die Besuche beim Patient darf von Bad Vilbel aus nicht erfolgen. Das Aufsuchen des ärztlichen Notdienstes in Bad Vilbel ist hingegen (weiterhin) möglich.
Daniel Kömpel
  von Daniel Kömpel, am 16.12.2011
Herr Rahn hat wohl schon seine bereitschaft signalisiert, da etwas zu unternehmen - es gab auch schon Gespräche zwischen ihm und Herrn Dr. Stöhr. Letztlich entscheiden wohl die Ärzte - da sehe ich diese aber auch etwas in der Pflicht. Ein paar Euro mehr im Monat können ja wohl nicht über dem Wohl von 20.000 Bürgern stehen. Hoffe, es ist möglich, da eine Einigung zu finden.

Ich muss auch gestehen - ich war bisher immer (naja, 2x) beim Bad Vilbeler Notdienst - dürfen die mich jetzt nicht mehr annehmen? Oder geht es nur um die Hausbesuche?
  von Ramona Hoffmann, am 16.12.2011
Bereits mehrfach habe ich die Erfahrung gemacht, daß der Notdienst unterwegs ist und recht lange braucht. Deshalb nehme ich meist ein Taxi nach Ffm. Ich denke, Bad Vilbel wäre eine sehr gute Lösung!

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