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Diskussionen um den Verkauf des Degenfeld´schen Schlosses

Diskussionen um den Verkauf des Degenfeld´schen Schlosses

Schloss bleibt für die Allgemeinheit zugänglich

Diskussionen um den Verkauf des Degenfeld´schen Schlosses

Die SPD-Karben hat sich dafür eingesetzt, dass das Degenfeld´sche Schloss für die Allgemeinheit zugänglich bleibt und die Sozialbindung der Wohnungen erhalten wird.

Selten war ein Beschluss des Stadtparlamentes so umstritten wie der Verkauf des
Degenfeld´schen Schlosses. In diesem ist das Museum mit Trauzimmer und im Nebengebäude das Landwirtschaftsmuseum untergebracht. Beide sind für Karben von besonderer Bedeutung.

In der Stadtverordnetenversammlung am 07.12.2012 wurden keine detaillierten Konzepte der Bieter vorgelegt sowie keine Vertragsentwürfe, aus denen wir die Randbedingungen hätten ersehen können. Daher hat die SPD am 7.12.2012 in diesem Stadium gegen den Verkauf gestimmt. Ruhl erinnert: “Außerdem haben einige Stadtverordnete und Mitglieder des Arbeitskreises Dorferneuerung nicht an der Informationsveranstaltung über die Konzepte teilgenommen. Da es keine schriftlichen Unterlagen gab, konnten diese sich auch nicht informieren“.



In den vielen Verhandlungsrunden die in nicht öffentlichen Sitzungen der KIM (Kommunales Immobilie Management Karben) und der WoBau (Wohnungsbaugesellschaft Karben) stattgefunden haben, konnte die SPD dennoch wichtige Punkte durchsetzen. Dazu gehört, dass der Verkauf der Liegenschaft an die Umsetzung des vorgestellten Konzepts des Investors gebunden ist, das weitgehend die Nutzungsvorschläge des Arbeitskreises Dorferneuerung berücksichtigt. Diese sind: “Erhalt der Museen und des Standesamtes. Außerdem konnten wir erreichen, dass der Erlös aus dem Verkauf des Wohnhauses ausschließlich für den Bau sozialer Wohnprojekte verwendet werden muss“. so Görlich.



Der Zwiespalt in dem sich alle mit dem  Verkauf Befassten (Stadtverordnete, Mitglieder des Arbeitskreises Dorferneuerung und des Ortsbeirats Groß-Karben befanden lässt sich aus den 2 Leserbriefen von  Detlev Engel und Hans Puchtinger erkennen, die Sie im Folgenden lesen können.



Leserbrief von Ehrenbürgermeister Detlev Engel 

Zum Artikel in der FNP vom 21. Dezember 2012 "Der Schloss-Putz bröckelt auch 2013".

Wenn man den Artikel liest, könnte man meinen, das Degenfeld´sche Schloss sei baufällig. Mit dieser Taktik wird versucht, eine größere Akzeptanz des Verkaufs zu produzieren. Richtig ist, alleine der Nordflügel, die Fassade und der Jugendclub rufen noch nach Sanierung. Das Dach, die Räume im ersten und zweiten Geschoss wurden bereits saniert.

Wer das Schloss gekannt hat, bevor die Stadt große Summen investiert hat, der weiß, welche Veränderungen hin zum Besseren eingetreten sind. Das Schloss jetzt zu verschleudern, ist durch nichts gerechtfertigt. Ich wundere mich nur, dass aus dem Kreise der echten Groß-Kärber so wenig Interesse besteht, sich zu informieren.

Gut, der Verkauf wird ja hinter verschlossen Türen verhandelt, und die Verantwortlichen stimmen offenbar zu, ohne die Pläne der Käufer zu kennen. "Transparenz" nennt man das in Neudeutsch. Erst mal verkaufen und dann fragen was daraus wird.



Leserbrief von Ehrenstadtrat Hans Puchtnger vom 10.01.2013

Schlossverkauf überdenken!

Durch den Verkauf des Degenfeldschen Schlosses mit seinem Heimatmuseum mit Schwerpunkt Landwirtschaft, geht eine der umfangreichsten Sammlungen in Hessen auf diesem Gebiet verloren bzw. wird zerstört.

Durch jahrzehntelanges Sammeln - bereichert durch viele Spenden aus der Bevölkerung - ist diese einzigartige Sammlung entstanden. Viele Spender haben ihre Schätze der Stadt vermacht um künftigen Generationen die gesellschaftliche Entwicklung und das Leben in früheren Jahren aufzuzeigen, damit dieses Wissen für künftige Generationen bewahrt werden kann.

Die erfolgreiche Arbeit der bisherigen Museumsleiter Edmund Felber und Herbert H. Schuch mit Ihren Teams sowie das Engagement des früheren Vorsitzenden der historischen Kommission der Stadt Karben, Helmut Heide, wird durch die Reduzierung der Ausstellungsflächen und die Räumung der Nebenräume des Museums weitgehend zunichte gemacht..

Es stellen sich folgende Fragen: Was geschieht mit den Exponaten die auf dem Dachboden, im Nordflügel, im Torhaus, über der Schmiede usw. eingelagert sind? (Es sind dort komplett vollständige Sammlungen vorhanden) Was ist mit den Exponaten passiert, die im Nebengebäude des bereits verkauften Anwesens Bahnhofstrasse (Waldecksches Haus) ausgelagert waren? Wo ist geeigneter Lager- und Archivierungsraum vorhanden, wenn die entsprechenden Bereiche geräumt werden müssen? Was kostet die Schaffung von Ersatzraum? Was geschieht mit der extra für die Landwirtschaftsausstellung und zur Aufnahme von Großobjekten gebauten Museumshalle? Bleibt diese dem Museum erhalten? Wie hoch werden die Mietkosten für das verkleinerte Restmuseum sein?

Zum Gebäude selbst ist zu sagen, dass sich die Außenfassade in einem weniger guten Zustand befindet. Bedenkt man aber, dass mit der Beseitigung des “Echten Hausschwamms“, der Sanierung von Dach und den Gauben, der Innenraumsanierung im Südflügel und des begonnenen Ausbaus des Nordflügels schon erhebliche finanzielle Mittel in den Erhalt des Schlosses geflossen sind, rechtfertigt das nicht den Verkauf des Gebäudes für die bekannten 330.000 Euro. Kein anderes Gebäude in Karben kann ein Museum besser repräsentieren als dieses Schloss. Es muss auch bedacht werden, dass nach Ablauf des Mietvertrages (15 Jahre?) die Zukunft des Museums wieder ungewiss ist. Deshalb sollte der Verkauf nochmals überdacht werden und ggf. nach anderen Möglichkeiten gesucht werden, das Gebäude der Allgemeinheit zu erhalten.

Das Grundstück mit Schloss, den Nebengebäuden, dem 18 Familienwohnhaus, DRK Domizil, Museumshalle, Hoffläche und großer Grünfläche hinter dem Mietwohnungshaus stellt allein schon einen hohen Grundstückswert dar. Rechnet man die Gebäude hinzu ist das Gesamtobjekt in Parklage für den Käufer ein Riesenschnäppchen.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf des Gesamtobjekts stellt sich eine weitere Frage: Das Deutsche Rote Kreuz nutzt mit seinem Katastrophenzug die Räumlichkeiten im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus Groß Karben. Dort stehen mehrere Fahrzeuge und Feldküchen. Weiter sind dort Feldbetten und andere im Katastrophenfall benötigte Ausrüstungsgegenstände gelagert. Der Katastrophenzug ist, keinesfalls für Karben und die Wetterau verzichtbar. Ist mit dem DRK die neue Situation besprochen worden? Evtl. angedachte Ersatzraumschaffung wäre für die Stadt und das DRK auch eine teure Angelegenheit.