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Starkregen- und Hochwasserschutz – Handlungsbedarf in Karben?

Starkregen- und Hochwasserschutz – Handlungsbedarf in Karben?

Aktuelles Thema für Arbeitsgemeinschaft 60plus

Starkregen- und Hochwasserschutz – Handlungsbedarf in Karben?

Die Hochwasserkatastrophen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Mitte Juli waren Anlass für die Karbener SPD-Seniorinnen und Senioren, die aktuelle Situation entlang der Nidda und ihrer Zuflüsse in Karben zu diskutieren. Wäre das heutige Nidda-Gewässersystem in der Lage, ein „nicht für möglich gehaltenes Hochwasser“, wie es an Ahr und Erft aufgetreten ist, so abzupuffern, dass möglichst keine Schäden an Menschen und Sachwerten auftreten? Muss auch an „klimatischen Stellschrauben“ gedreht werden, um solche Katastrophen nicht nur in Karben zukünftig zu verhindern?
Roderich Urban und Karl Schneider haben zu diesem großen Themenkomplex ausführliche Statements abgegeben.

Aus ihren Beiträgen entwickelte sich eine intensive Diskussion, bei der sich die Anwesenden darin einig waren, dass insbesondere in der Bauleitplanung das bisher praktizierte „Weiter so“ - also z.B. Wohnraumbereitstellung nach vorgegebenem Standard ohne ausreichende Würdigung der Standortbedingungen im Plangebiet - durch andere Lösungen ersetzt werden muss. Diese anderen Lösungen sind bereits existent und wären nur an die örtlichen Bedingungen anzupassen. Stichworte hierzu:
• Reduzierung des Flächenverbrauchs.
• Verpflichtung zur Wiedernutzung leerstehender Gebäude. Erstellung eines Leerstandskatasters.
• Vermeidung von versiegelungsbedingten Wärmeinseln im Stadtgebiet (Dachbegrünungen, Entsiegelungen).
• Gebietswasserhaushalt verbessern und Vorfluter entlasten durch Rückhaltung/ Versickerung von Niederschlagswasser vor Ort. Jeder Quadratmeter Versiegelung im Einzugsbereich des Flusses erhöht den Oberflächenabfluss und die Wasserzufuhr zur Nidda. Im Falle des „nicht für möglich gehaltenen Hochwassers“ hat jede unnötige Versiegelung daran eine Mitschuld. Auf Basis eines Versiegelungskatasters muss deshalb das Stadtgebiet daraufhin überprüft werden.
• Auch die Landwirtschaft kann einen großen Beitrag zur Reduzierung der Hochwassergefahren leisten, indem sie die Bodennutzung und -bearbeitung den jeweiligen Standortbedingungen anpasst (z.B. hangparalleles Arbeiten, Pflugsohlen vermeiden, Dauergrünland in stark erosionsgefährdeten Bereichen).
• Zusammenschluss der Nidda-Anrainer-Kommunen für ein gemeindeübergreifendes Hochwasserschutzkonzept.

Gefragt wurde, ob Karben allen Nachfragen von außerhalb nach zusätzlichen Wohn- und Gewerbeflächen nachkommen müsse. Sollte nicht vielmehr irgendwann Schluss sein mit „mehr - größer - schneller - weiter“ und stattdessen wieder verstärkt auf die natürlichen Gegebenheiten geachtet werden? Wäre vor diesem Hintergrund nicht sogar die Frage gerechtfertigt, ob z.B. das Brunnenquartier überhaupt realisiert oder ob die Fläche nicht besser als Retentionsraum für die Nidda freigehalten werden sollte? Sie gehört schließlich zum Landschaftsraum Nidda-Aue.

Ausdrücklich festgehalten wurde, dass die Stadt Karben in Sachen Hochwasserschutz an der Nidda schon viel Positives geleistet hat, etwa die umfangreichen Renaturierungen entlang des Gewässers und die Deich-Rückverlegung südlich des Nidda-Altarms bei Klein-Karben. Wie steht es aber mit den größeren und kleineren Zuflüssen zur Nidda? Sie sind Bestandteil des Gewässersystems und müssen ebenfalls Retentionsräume haben, um im Ernstfall Wasser zurückhalten zu können. Beispielhaft wurden Geringsgraben oder Heitzhöfer Bach genannt, wo diese wasserwirtschaftlichen und ökologischen Qualitäten höchstens rudimentär vorhanden sind.

Für die SPD-Seniorinnen und Senioren ist das Thema Hochwasser/Starkniederschläge im Rahmen der gegenwärtigen Klimadiskussion bislang zu kurz gekommen. Sie hoffen, dass ab sofort das Thema in der Bevölkerung und insbesondere bei den Stadtverordneten der Stadt Karben weitergeführt wird und bei allen laufenden und zukünftigen Planungen im Hinterkopf vorhanden ist.