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Welchen Wert hat für uns eine solidarische Gesellschaft?

Welchen Wert hat für uns eine solidarische Gesellschaft?

Kreis-Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch bei der AG 60 plus

Welchen Wert hat für uns eine solidarische Gesellschaft?

Nachhaltig beeindruckt machten sich viele der zahlreich erschienenen Teilnehmer nach zwei spannenden Stunden auf ihren Heimweg. Zuvor hatten sie auf Einladung der Karbener SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus einen informativen Spätnachmittag verbracht. Gemeinsam mit der Wetterauer Kreis-Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch erörterte man das anspruchsvolle Thema „Welchen Wert hat für uns eine solidarische Gesellschaft und welche Möglichkeiten gibt es heute, eine menschen-würdige Gesellschaft zu gestalten?“
Schon aus der kurzen Vorstellung der Kreis-Sozialdezernentin, die seit November letzten Jahres dieses Amt bekleidet, wurde deutlich, dass hier jemand Verantwortung übernommen hat, der weiß, wovon er spricht und der klare Zielvorstellungen definieren kann. Interessant und aufschlussreich dabei auch ihre Aussage, dass sie bei Amtsantritt einen hoch motivierten Mitarbeiterstab vorgefunden habe.

Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch

Als vorrangige Ziele nannte Frau Becker-Bösch eine Kindesbetreuung von Geburt an, eine flächendeckende Schulsozialarbeit und das Zusammenwirken von Familie, Pflege und Beruf. An konkreten Maßnahmen, die sie als Erstes angehen will, zählen für sie die Errichtung eines nach Büdingen zweiten Pflegestützpunktes im Westen des Kreises, die weitere Inklusion von Menschen mit Behinderung in allen relevanten  Gesellschaftsschichten, der Ausbau von Palliativdiensten sowie die Realisierung einer bisher fehlenden stationären Hospizeinrichtung im Wetteraukreis.

Im Frage- und Ausspracheteil, der das größere Zeitfenster des Nachmittags umfasste, wurden die Ausstattung und die Aufgaben eines Pflegestützpunktes behandelt. Beim Thema Inklusion an Schulen wiesen mehrere Redebeiträge auf die besondere Problematik bei der Betreuung von Flüchtlingskindern und darüber hinaus auf die Flüchtlingssituation generell hin. Hier zeigte sich die Kreis-Sozialdezernentin fach- und sachlich auf Top-Niveau und trug durch kluges Moderieren und mit einer Diskussion auf Augenhöhe dazu bei, dass Emotionen nicht aus dem Ruder liefen.

Becker-Bösch erläuterte den Verfahrensablauf und die Zuständigkeiten bei Asylverfahren. So werden die Asylanhörungsverfahren vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) durchgeführt. Der Kreis hat hierbei keinen Einfluss. Aktuell gibt es beim BAMF einen Rückstand von ca. 500.000 anhängigen Verfahren. Dies erklärt die langen Wartezeiten bei der Asylgewährung, die nicht zu akzeptieren sind. Es bleibt deshalb weiterhin notwendig, die zuständige Stelle beim BAMF u.a. mit mehr Personal auszustatten.

Auch der Begriff „Solidarität  heute“ wurde angesprochen: ist er noch als Gemeingut zu verstehen oder heute nur noch ein Sammelsurium von Privat- und Einzelinteressen? Schließlich kamen noch weitere Themen zur Sprache, wie z.B. die ungerechte Verteilung des Wohlstands, Frauen verdienen immer noch weniger als Männer, Mütter beziehen weniger Rente als kinderlose Frauen, Alleinerziehende mit Kindern werden unzureichend unterstützt und, als Hauptthema darunter, bezahlbarer Wohnraum. Dazu meinte die Kreis-Sozialdezernentin abschließend, dass sie anstelle einer individuellen Förderung eine zentral gesteuerte Förderung für die bessere Lösung hält; soll heißen: die Kommunen sollten von Bund und/oder Land eine direkte, mit Auflagen versehene Geldförderung erhalten.

Fazit der Veranstalter: bisher bestbesuchtes Monatstreffen; Fazit der Teil-nehmer: das Kommen hat sich gelohnt!